GreenSpoon

Das Siegel mit globalem Nachhaltigkeitsansatz

GreenSpoon zeichnet Restaurantbetriebe für ihr verantwortungsbewusstes und zukunftsorientiertes Wirtschaften aus. Dabei zeigt GreenSpoon als erstes Siegel für die Gastronomie im deutschsprachigen Raum, inwieweit die betrieblichen Maßnahmen für nachhaltiges Wirtschaften zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – kurz: SDGs) beitragen. Wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Sandra Rochnowski – Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaft, insbesondere Tourismusbetriebswirtschaft, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin – wurde das Siegel von der Busche Verlagsgesellschaft mbH entwickelt.

Wie wird das GreenSpoon-Siegel vergeben?

GreenSpoon berücksichtigt sieben Kernbereiche einer nachhaltigen Gastronomie:

  1. Nachhaltige Beschaffung und Lieferantenauswahl
  2. Ökologisches Betriebs- und Ressourcenmanagement
  3. Nachhaltige Personalwirtschaft und Arbeitgebermarke
  4. Qualitätssicherung und kooperatives Wirtschaften
  5. Gesellschaftlicher und regionaler Mehrwert
  6. Managementansatz von Nachhaltigkeit und Compliance
  7. Kommunikation und Transparenz der Nachhaltigkeitsleistung

Diese Kernbereiche basieren auf den 17 SDGs und übertragen diese Ziele speziell auf die Gastronomie. Die Nachhaltigkeitsleistung des Betriebs wird anhand des GreenSpoon-Leitfadens erfasst, der rund 150 Kriterien und Indikatoren aus den sieben Kernbereichen berücksichtigt.

Auf Basis dieser Daten wird der betriebliche Beitrag zur Erreichung der 17 SDGs ermittelt und der SDG-Nachhaltigkeitsscore für das Restaurant berechnet. Dieser dokumentiert den durchschnittlich erreichten Prozentsatz in Bezug auf alle 17 SDGs. Ein Restaurant muss in jedem der 17 SDGs mindestens 30 Prozent der in dem GreenSpoon-Leitfaden abgefragten Kriterien erfüllen, damit es mit dem GreenSpoon-Siegel ausgezeichnet wird. Das Siegel ist ein Jahr gültig. Die Nachhaltigkeitsleistung des Betriebs wird jährlich neu erfasst und ausgewertet, um das Siegel darüber hinaus führen zu können.

Alle Restaurants, die das GreenSpoon-Siegel tragen, sind auf schlemmer-atlas.de mit dem GreenSpoon-Logo gekennzeichnet. Die individuelle Nachhaltigkeitsleistung eines Restaurants wird im jeweiligen Restaurant-Eintrag dargestellt – über die SDG-Skala und den berechneten SDG-Nachhaltigkeitsscore.

Welche Rahmenwerke bilden die qualitative Grundlage von GreenSpoon?

Die qualitative Entwicklung des GreenSpoon-Siegels basiert unter anderem auf den folgenden internationalen Rahmenwerken für Nachhaltigkeit:

Darüber hinaus werden die internationalen Kriterien für nachhaltigen Tourismus des Global Sustainable Tourism Council (GSTC) und die Transparenzkriterien zur Nachhaltigkeitskommunikation nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) berücksichtigt.

Die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Im September 2015 verabschiedeten alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030. Herzstück der Agenda bilden 17 Ziele mit 169 Unterzielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs). Diese 17 SDGs formulieren global geltende Aufgabenfelder, wie menschenwürdige Arbeit, Bildung für alle oder Klimaschutz.

Die Umsetzung der Ziele soll bis zum Jahr 2030 erfolgen. Alle 17 SDGs sind von gleich hoher Bedeutung und umfassen die drei sich gegenseitig bedingenden Dimensionen der Nachhaltigkeit: Wirtschaft, Ökologie und Gesellschaft.

Die Aufgaben, die die SDGs stellen, gelten weltweit für alle Staaten (auch für Entwicklungs- und Schwellenländer), Unternehmen, Institutionen und jeden Einzelnen. Die Bemühungen um die Bewahrung einer lebenswerten Erde können nur in gemeinschaftlicher Umsetzung dieser Ziele zum Erfolg führen.

Hier einige praktische Beispiele für die Umsetzung der einzelnen SDGs im Gastgewerbe:

SDG 1: Keine Armut
z.B. Beschäftigte fair entlohnen; Fairtrade-Produkte kaufen

SDG 2: Kein Hunger
z.B. Lebensmittel spenden; hochwertige Lebensmittel aus nachhaltiger Landwirtschaft beziehen

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
z.B. unbelastete und gesunde Lebensmittel verarbeiten; Gesundheit der Beschäftigten fördern

SDG 4: Hochwertige Bildung
z.B. Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten fördern; Ausbildungsbetrieb

SDG 5: Geschlechtergleichheit
z.B. Geschlechtergleichheit bei der Entlohnung gewährleisten; familienfreundliche Arbeitszeitregelung bieten

SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
z.B. Wasserverbrauch in allen Bereichen, wie Küche oder Gästetoiletten, reduzieren; Regenwasser wiederverwenden

SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
z.B. Ökostrom beziehen; Photovoltaikanlage installieren; Lichtregulierungssysteme nutzen

SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
z.B. unbefristete Arbeitsverträge bieten; Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen; Fairtrade-Produkte kaufen

SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
z.B. E-Ladepunkte für Gäste bereitstellen; saubere Transportmittel nutzen

SDG 10: Weniger Ungleichheiten
z.B. soziale Projekte unterstützen; Barrierefreiheit im Restaurant bieten

SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
z.B. Elektromobilität fördern durch öffentlich zugängliche E-Ladepunkte; Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch Jobtickets fördern

SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
z.B. Lieferanten mit fairen Produktionsbedingungen wählen; auf Nachhaltigkeitssiegel achten; Ökostrom beziehen; Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden

SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
z.B. ökologische Landwirtschaft unterstützen; vegetarisches und veganes Speiseangebot ausbauen; Abfall vermeiden

SDG 14: Leben unter Wasser
z.B. Fischarten kaufen, die nicht von Überfischung bedroht sind; umweltfreundliche Reinigungsmittel einsetzen; auf Einweg-/Plastikverpackungen verzichten

SDG 15: Leben an Land
z.B. Lieferanten nach ökologischen Kriterien auswählen; Freiflächen im Sinne der Biodiversität nutzen (bienen- und insektenfreundliche Bepflanzung, Nistmöglichkeiten für Vögel einrichten)

SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
z.B. Organisationen fördern, die sich für das Wohl der Menschen einsetzen; lokal engagieren

SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
z.B. mit Initiativen aus den Bereichen Umwelt, Regionales oder Soziales zusammenarbeiten; mit Weiterbildungsinstitutionen kooperieren

Weitere Informationen unter 17ziele.de.

Warum ist GreenSpoon für die Gastronomie wichtig?

Die Begrenzung der Erderwärmung und des Klimawandels ist nur möglich, wenn alle Branchen auf nachhaltiges Wirtschaften umstellen. Auch die Gastronomie steht in der Pflicht, diese weitreichende Verantwortung für ihr wirtschaftliches Handeln zu übernehmen. Hinzu kommt, dass sie sich mit den sich rasant verändernden Ansprüchen ihrer Gäste an ökologische und soziale Standards konfrontiert sieht. Durch das Branchenleitsystem GreenSpoon erhält die Gastronomie wichtige Impulse für die Weiterentwicklung ihrer nachhaltigen Ausrichtung. Gleichzeitig erleichtert das GreenSpoon-Siegel den Gästen einen bewussten und nachhaltigen Konsum.

Weitere Informationen unter greenspoon.eu.