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Köchin des Jahres

Douce Steiner (Restaurant Hirschen, Sulzburg, Deutschland)

Douce Steiner

Manch einer wächst mit einem goldenen Löffel auf. Douce Steiner hingegen hatte seit ihrer Kindheit den Gourmetlöffel im Mund. Ihr Vater Hans-Paul, ein vielfach ausgezeichneter Koch, hat ihre Geschmacksnerven geprägt. Bei ihm, im Gasthaus Hirschen in Sulzburg, ging sie in die Lehre. Frauen im Kochberuf sind selten. Noch seltener die, die es bis an die Spitze schaffen. Douce Steiner ist eines dieser seltenen Exemplare. Wurde sie auf der Suche nach einer Lehrstelle noch überall abgelehnt, durfte sie danach, im Verlauf ihrer Wanderschaft, bei Georges Blanc in Vonnas, bei Fritz Schilling in die Schweizer Stuben und bei Harald Wohlfahrt arbeiten und lernen.

Als sie mit ihrem Mann Udo Weiler in den Betrieb des Vaters einstieg und diesen nach wenigen Jahren übernahm, musste sie um die Anerkennung ihrer eigenen Leistung kämpfen. Ja, das Talent wurde ihr in die Wiege gelegt, der Erfolg fiel ihr aber nicht automatisch in den Schoß.

Ihre Küche ist ausgewogen. Wochenlang grübelt und probiert sie an einer Menüfolge. Zusammen mit ihrem Mann tüftelt sie in der Küche, sie schmeißen sich gegenseitig die Ideen zu und entwickeln sie weiter. Am Ende steht ein Menü, das schmeckt — so würde Douce Steiner ihre Kreationen bescheiden charakterisieren. Wir sagen, Gang für Gang wird die Sehnsucht nach dem nächsten Gang erhöht. Das Menü weckt Lust und schafft Zufriedenheit zugleich. Nicht zu viel und nicht zu wenig, kein starres Kunstwerk sondern ungekünstelt ein Schmaus für die Augen und den Gaumen. „Tout Douce“ eben.

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